Future Work Lab: Die Zukunft der Produktion wird erlebbar gemacht

Im Future Work Lab wird Industrie 4.0 und die Zukunft der Produktionsarbeit erlebbar. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Projekt entsteht unter der Leitung von Fraunhofer IPA und Fraunhofer IAO in Stuttgart. Aktuell sind im Future Work Lab rund 20 Demonstratoren aufgebaut, die über die Produktionsarbeit der Zukunft informieren. Im Laufe des Jahres zieht das Projekt in das Gebäude des Forschungsprojektes ‚ARENA 2036‘ um. Dort wird dann auf rund 50 Demonstratoren aufgestockt.

Ein Beispiel ist die sichere Vertikalbandsäge mit aktiver Unfallprävention: Gezeigt wird eine Bandsäge, die Bescheid weiß, ob sich ein Werker in einem bestimmten, gefährlichen Arbeitsraum aufhält. Radar- oder Funksensoren erfassen dazu die Bewegungen des Werkers. Fällt beispielsweise eine Person um oder tritt in den gefährlichen Bereich der Bandsäge ein, stoppt die Säge sofort. Das Gefahren-Erkennungssystem ist dabei mit dem Not-Aus-Mechanismus der Maschine verbunden. So lassen sich Arbeitsunfälle zuverlässig verhindern.

Zweiter Demonstrator bereits Teil der ‚ARENA 2036‘
Ein zweiter Demonstrator adressiert einen weiteren wesentlichen Baustein von Industrie 4.0: Die Unterstützung von Tätigkeiten durch intelligente Assistenzsysteme. Anhand des Anarbeitungsprozesses Bandsägen kann gezeigt werden, wie im direkten Fertigungsumfeld eine digitale Unterstützung von Werkern durch eine konsequente Vernetzung des Menschen und der Produktionsmittel (Werkzeug/Prozess/Maschine) erzielt werden kann. Der Ablauf des Demonstrators orientiert sich am konkreten Tätigkeitsablauf eines Maschinenbedieners von Sägemaschinen: Der Werker erhält einen Fertigungsauftrag und erfasst im Materiallager mit Hilfe eines mobilen Scanners einen QR-Code auf dem Werkstückwerkstoff und dem Sägeband. Dabei werden unmittelbar Informationen über die Bauteildaten (Werkstoff, Geometrie, …) und das Werkzeug aus Herstellerdatenbanken abgerufen und Vorschläge für geeignete Werkzeuge sowie korrekte Anwendungs- und Technologieparameter gegeben. Die Daten werden an die Maschine transferiert, die sich selbstständig einstellt. Der Werker bestätigt die Parameter und der Anarbeitungsprozess beginnt.

Während der Bearbeitung erhält der Maschinenbediener alle für ihn relevanten Werkzeug- und Technologiedaten (Schnittweg, Einsatzparameter) sowie weitere Prozessausgangsgrößen (Kraft, Schwingung, Temperatur, Geräusch, …) auf einer kontextsensitiven Nutzeroberfläche eines mobilen Endgeräts. Dies versetzt den Werker in die Lage ein Live-Monitoring sowie eine Analyse der erfassten Prozessdaten durchzuführen. Die Daten zu dem Fertigungsauftrag können nach Beendigung an eine (Cloud-)Datenbank übergeben werden, über welche die Werkzeughistorie dokumentiert und beliebige Analysen vorgenommen werden können. Durch das Assistenzsystem „WaSaw“ werden die oftmals gering qualifizierten Maschinenbediener bei der Auswahl korrekter Technologieparameter sowie bei der Prozessüberwachung unterstützt. Dies schafft eine erhöhte Akzeptanz der Arbeit und hilft bei der Identifikation der Bediener mit Maschinen und Prozessen.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://futureworklab.de/